Die Geschichte der Reiki-Methode

mit alten Fotos und wenig bekannten Details

Altes Foto zu Reiki

Beim Reiki-Seminar
Mikao Usui sitzt vorn zwischen den Frauen.


In der hinteren Reihe von links die zweite Person ist der Reiki-Lehrer Umetaro Mine (1865-1934). Seine Frau, die Reikilehrerin Ishie Mine (ca. 1877 bis ca. 1980), war eine Musikerin und sehr aktive Reikilehrerin. Sie war die Leiterin der Zweigstellen in Kobe und Hyogo von der "Usui-Reiki-Gakkai", der "Usui-Reiki-Gesellschaft", die Mikao Usui gegründet hatte.
Sie veröffentlichte 1967 ihre Autobiografie „Neunzig Jahre meines Lebensweges“. Sie wurde hundertdrei Jahre alt. In ihrem Buch befinden sich Informationen über sie und Reiki und über die zwanzig von Mikao Usui direkt eingeweihten Lehrer. Einer dieser zwanzig Lehrer war ihr Ehemann Umetaro Mine.

Altes Foto zu Reiki

Beim Reiki-Seminar
Mikao Usui sitzt in der zweiten Reihe im hellen Kimono in der Mitte.

Die ersten Jahre der Reiki-Methode

Der Begründer der Reikimethode ist der Japaner Mikao Usui (1865-1926).

Er zog sich im Frühjahr 1922 aus persönlichen Gründen meditierend und fastend auf den rund sechshundert Meter hohen Berg namens Kurama bei Kyoto zurück. 
Dieser Ort gilt seit Jahrhunderten als heilig. An seinem einundzwanzigsten Fastentag erfuhr er dort laut der Inschrift von 1927 neben seinem Grabstein „über und in seinem Kopf ein großes und starkes Licht und danach Satori“. „Satori“ bedeutet im Japanischen „ein vorübergehender Einblick in die höhere Ordnung“, „plötzliches Verstehen“.

Als er vom Kuramaberg herabstieg, stieß er sich seinen Fuß an einer der vielen dort oberirdisch wachsenden Baumwurzeln blutig. Er hielt ihn spontan fest und merkte, dass die Wunde nach einer Weile heilte. Davon überrascht, probierte er danach das Handauflegen mehrfach aus. Immer mit einem Heilerfolg.

Direkt neben dem Familiengrab von Mikao Usui auf dem Friedhof des Tokioer Saihoji-Tempels steht ein fast drei Meter hoher, eng beschriebener Gedenkstein, den seine Schüler dort 1927, ein Jahr nach seinem Tod, zur Ehrung seiner Leistungen aufstellten.
In dieser langen Inschrift steht unter anderem, dass er, nachdem er von seiner Erfahrung vom Kurama-Berg zurückkam, „zunächst seine Fähigkeiten an sich selber ausprobierte und anschließend an seinen Familienangehörigen.“
Dort steht weiter: „Da es bei den verschiedensten Leiden gut anschlug“, beschloss er, „diese Methode der Öffentlichkeit zugänglich und bekannt zu machen.

Laut der Inschrift des Gedenksteins „ließ er sich im April 1922 in Harajuka Aoyama in Tokio, nieder und gründete die Gakkai, um Reiki Ryoho zu lehren und Behandlungen zu geben.“ 
Das war ein Monat nach seinem Erlebnis auf dem Kurama-Berg. 
Mit der "Gakkai" ist die „Usui Reiki Ryoho Gakkai“, die „Gesellschaft für die Reiki-Heilmethode von Usui“ gemeint. Die Gakkai arbeitet bis heute und hat rund 600 bis 800 Mitglieder. Darunter sind auch einige Ausländerinnen und Ausländer, wie der Reikiforscher Dr. phil. Justin Stein. 


Den Begriff „Reiki“ gibt es schon seit langem in Japan. „Rei“ bedeutet so viel wie „spirituell, universell, himmlisch, wunderbar, mystisch, heilig“ und „Ki“ „Energie des Universums“ oder auch „Atmosphäre“. 
Der Begriff wurde schon von Therapeuten in der Zeit des Meji-Kaiser Mutsuhito ab 1868 und über 1926 hinaus verwendet. So veröffentlichte beispielsweise der Heilbehandler Mataji Kawakami im Jahr 1919 das Buch „Reiki Ryoho und ihre Wirkung“. Die Unterscheidung der Methode von Mikao Usui von der Arbeit anderer wurde durch die Verwendung des Familiennamens „Usui“ deutlich gemacht. In Japan gibt es eine lange Tradition des Heilens durch Handauflegen. 


Im Text auf dem Gedenkstein neben dem Familiengrab heißt es zu seiner Praxis in Tokio, „zahllose Menschen kamen von nah und fern. Sie mussten vor seinem Haus Schlange stehen, um behandelt zu werden. Später, als sein Dojo zu eng wurde, ließ er im Februar 1925 ein neues außerhalb der Stadt in Nakano erbauen.“ Heute ist Nakano ein Stadtgebiet von Tokio.
„Do“ heißt „Weg“ und „Jo“ „Ort“, ein Dojo ist ein Ort, wo man sozusagen seinen Weg nimmt. Es ist ein Raum, in dem trainiert, praktiziert und ausgebildet wird.
Der Begriff Dojo wird unter anderem auch beim japanischen Aikido und Judo sowie beim Zazen, der japanischen Zen-Meditation, verwendet.
„Wegen seines guten Rufs wurde er in viele Städte eingeladen.“ So entstanden in ganz Japan dutzende Außenstellen der Usui-Reiki-Gakkai.

Der Gedenkstein für Mikao Usui von 1927

Reiki Gedenkstein

Der Gedenkstein wurde ihm zu Ehren neben seinem Familiengrab 1927, ein Jahr nach seinem Tod, von seinen Schülern errichtet. Er ist rund 2,50 Meter hoch und enthält viele Informationen zum Leben von Mikao Usui und zur Entstehung seiner Heilmethode und auch seine fünf Lebensregeln.

Das Foto ist von meiner Reise 2019, als ich das Grab besuchte. Es befindet sich sich auf dem für alle zugänglichen buddhistischen Saihoji-Friedhof in Tokio. 

Hier die Übersetzung vom Text auf Mikao Usuis Gedenkstein:

Zu Mikao Usui

Altes Foto zu Reiki Mikao Usui

Zu Mikao Usui ist relativ viel bekannt.
Es gibt primäre schriftliche Quellen von und über ihn.
Als direkte Quellen gibt es:

1. den Gedenkstein von 1927 neben seinem Grab (siehe in diesem Blog-Artikel)
2. rund 10 Fotos von ihm als Kind, als Erwachsenen sowie als Reiki-Seminarleiter (siehe dazu z. Bsp. die Fotos im Buch "Reiki-Journey" von Olaf Böhm)
3. Mikao Usuis Seminar-Handbuch "Hikkei" (siehe in diesem Blog-Artikel) mit dem
4. Interview von ihm (siehe dazu in diesem Blog)
5. seinen von ihm geschriebenen Lebenslauf von 1904 (dazu unten mehr)
6. das Buch "Mein Leben" der Musikerin und Reiki-Lehrerin Isime Mine
7. die Berichte seiner von ihm gegründeten und bis heute arbeitenden Gakkai

8. das Buch "Das Licht der Liebe" und die Aussagen der Reiki-Lehrerin Kimiko Koyama (1906-1999), die über 20 Jahre lang die Präsidentin der Usui-Gakkai war (dazu weiter unten mehr) 

9. die Augenzeugenberichte der von den Reikiforschern Hiroshi Doi und Frank A. Petter in verschiedenen Jahren befragten Familienangehörigen Mikao Usuis in seinem Geburtsort Taniai-Yamagata und die seiner Enkel in Tokio
10. und deren schriftlicher Familienstammbaum (die Gespräche und der Stammbaum sind im deutschsprachigen Buch "Gendai Reiki Ho" von Hiroshi Doi veröffentlicht, die Gespräche von Frank Petter in dessen Buch "Das ist Reiki")
11. das von den drei Usui-Brüdern Mikao, Kunji und Sanya gespendete Tori-Tor in ihrem Heimatdorf Yamagata mit ihren eingemeißelten Namen (siehe hier im Blog)

12. die Mitgliederlisten der von Mikao Usui gegründeten Usui-Reiki-Gakkai von 1927 und 1942 etc.., z. Bsp. mit den Namen vom Ehepar Chie und Chujiro Hayashi und von Kuni'ji, dem Bruder von Mikao Usui, der Reiki-Lehrer war (veröffentlicht im deutschsprachigen Buch "Gendai Reiki Ho" von Hiroshi Doi)
13. das japanische 300seitige Buch "Die Reiki-Therapie" von Kaiji Tomita von 1933 mit der bebilderten Beschreibung der von Mikao Usui gelehrten Reiki-Techniken (siehe in diesem Blog-Artikel)
14. zwei Zeitungsberichte aus der damaligen Zeit über ihn und die Reikimethode
15. das Buch "Meine Memoiren" des japanischen Verkehrsministers Gizo Tomabechi, der bei Mikao Usui alle vier Reikigrade erlernte (mehr dazu weiter unten) und der im Buch über dessen Erfolge mit Reiki schrieb.

u. a. m.

Mikao Usui  lebte von 1865 bis 1926 und war verheiratet mit Suzuki Tei. (Ihr Vorname wird oftmals verkehrt übersetzt mit "Sadoko" angegeben.) Sie verstarb mehrere Monate nach ihrem Sohn im Jahr 1946. Ihre Tochter Toshiko (1913-1935) war 1922, als Mikao Usui mit Reiki begann, neun Jahre alt und ihr Sohn Fuji (1908-1946) war vierzehn Jahre alt.
Mikao Usuis jüngerer Bruder Kuni'ji erlernte bei ihm 1924 Reiki und gab als Reikilehrer Seminare und Reikiabende in der Stadt Gifu bei Kyoto. In der Mitgliederliste der Usui-Gakkai von 1942 ist er als Reikilehrer gelistet. (Fotos von ihm als Jugendlicher und als Reikilehrer sind im Buch "Reiki" von Olaf Böhm zu finden, dort gibt es auch Fotos von Mikao Usui als Kind sowie von seinem Dojo, seinem Reiki-Zentrum, in Tokio.)

Auf dem Gedenkstein von 1927 neben seinem Familiengrab steht über ihn: "Als Jugendlicher lernte er fleißig und übertraf seine Altersgenossen. Soweit man weiß, war er ein begabter und hart arbeitender Mensch gewesen. Seine Fähigkeiten waren hervorragend. Als er erwachsen geworden war, reiste er nach Europa, Amerika und China. Er wollte gerne erfolgreich im Leben sein, konnte dies jedoch nicht erreichen. Vielfach hatte er kein Glück und war mittellos. Doch er gab nicht auf und hielt eine strenge Selbstdisziplin, um immer mehr zu lernen. Er las gern, von Geschichte, Biographien, medizinischen Texten bis hin zu religiösen Schriften."
Im Handbüchlein "Reiki Ryōhō no Shiori" von 1974 (mehr dazu hier) von der Usui-Reiki-Gakkai steht: "Mikao Usui hat in seiner Jugend hart studiert. Auch beruflich sammelte er verschiedene Lebenserfahrungen, indem er als Beamter, Angestellter einer Firma, Zeitungsreporter, Missionar, Lehrer und Geschäftsmann arbeitete."


Er empfing die Reikienergie laut der Inschrift auf dem Gedenkstein während eines dreiwöchigen Fastens auf dem Kurama-Berg bei Kyoto im März 1922. Dort steht weiter: "Er probierte sie zunächst an sich selbst aus und dann mit seiner Familie. Es ergaben sich sofort gute Resultate. Er sagte sich, es sei viel besser, diese Freude mit der gesamten Öffentlichkeit zu teilen." So eröffnete er wenige Wochen später "im April 1922 in Tokio seine Praxis und behandelte dort mit Reiki und begann Reikiseminare zu geben."

Im September 1923 gab es ein schweres Erbeben in Tokio. Infolgedessen verloren plötzlich anderthalb Millionen Menschen ihr Zuhause. Es gab Tote und über 180.000 Verletzte. Von denen konnte nur ein Bruchteil medizinisch versorgt werden, da die Krankenhäuser ebenfalls zerstört waren. 
Mikao Usui und die acht schon von ihm ausgebildete Lehrer sowie weitere Gakkaimitglieder zogen wochenlang durch die Stadt und behandelten Verletzte. 

Gizo Tomabechi, der spätere Verkehrsminister in Japan, schrieb in seiner Autobiografie „Kaiku Roku“, „Meine Memoiren“: 
„Nach dem Großen Kanto-Erdbeben im Jahr 1923 war ich oft bei Mikao Usui Sensei und beobachtete ihn bei der Behandlung von Verletzten. Ich sah, dass Reiki Ryoho sehr effektiv die körperlichen und psychologischen Krankheiten heilte. Mit voller Überzeugung lernte ich deshalb Reiki und bekam mein Zeugnis als Shihan.“ Das Wort "Shihan" bedeutet "Reikilehrer" oder "Reikilehrerin".

Laut Kimiko Koyama, der 6. Präsidentin der Usui-Reiki-Gakkai, gab „die Gakkai mehreren Tausenden Behandlungen" nach dem Erdbeben.
Sie berichtete weiter: "Das Erdbeben veränderte die Gakkai stark. Vor dem Erdbeben war Mikao Usui der Einzige, der andere Menschen einweihte“, also in die Reikimethode ausbildete, „nun teilte er sein Wissen.“ Das heißt, ab 1923 begann er, Reikilehrer auszubilden.

Der Lebenslauf von Mikao Usui von 1904

Lebenslauf von Mikao Usui Reiki


Das Foto zeigt den von Mikao Usui 1904 selbst geschriebenen Lebenslauf.

Der Reikiforscher Min Wang und seine Mitarbeiter Umi Chien und Yu Hsuan haben bei einer gezielten Recherche zum Politiker Dr. Shinpei Goto in Taiwans digitalem Nationalarchiv eine Reihe von Dokumenten über Mikao Usui aus dem Jahr 1904 gefunden.
Mikao Usui (1865-1926) war Dr. Gotos rechte Hand gewesen. Diese Tätigkeit war auch in der Usui-Reiki-Gakkai bekannt.
(Laut Wikipedia war Dr. Shinpei Goto (1857-1929) ab 1882 im Hygieneamt des Innenministeriums tätig gewesen, 1890 wurde er zur Weiterbildung an die Berliner Universität zu Dr. Robert Koch entsandt, 1892 wurde er Leiter des Hygieneamtes des Innenministeriums. Nach dem 1. Japanisch-chinesischen Krieg, der von 1894 bis 1895 dauerte, war er der japanische Zivilgouverneur von Taipeh/Taiwan, ab Juli 1908 bis 1911 Kommunikationsminister und Generaldirektor des Eisenbahnamts, ab 1910 auch Generaldirektor des Kolonialamtes, ab 1916 Innenminister von Japan, ab 1918 Außenminister und ab 1920 Bürgermeister von Tokio. Sein Vorname Shinpei wurde, vor allem im Deutschen, auch mit Shimpei übersetzt.
Als Arzt war Dr. Shinpei Goto als Verantwortlicher in Taiwan der Ansicht, dass man "erst die Verhaltensweisen der Einheimischen Taiwans analysieren müsse, um dann eine entsprechende Politik machen zu können." Zu diesem Zweck schuf er den "Ausschuss zum Studium der alten Sitten Taiwans"  臨時台湾旧慣調査会, bei dem Mikao Usui angestellt wurde.)

Der Lebenslauf von Mikao Usui ist einsehbar unter der Archivnummer 000-01025, "Generalregierung von Taiwan, Dokumenten-Sammlung Band 15: Offizielle Vorschriften und Ernennungen vom 27.4.1904 bis 17.9.1904". Er ist als offizielles Dokument in Kōbun, dem klassischen Japanisch der damaligen Zeit, verfasst. Die Dokumente stehen bei Min Wang hier (unter seinem chinesischen Text kommt die englische Übersetzung) und bei Dr. phil. Justin Stein, einem Freund von Min Wang, hier als Facebookeintrag vom 12.4.2025.

Min Wang, ein Reikilehrer aus Taiwan, schreibt hier auf seiner Webseite zu diesem Fund: "Nachforschungen haben ergeben, dass Shinpei Goto während der japanischen Kolonialherrschaft über Taiwan als Beamter für zivile Angelegenheiten diente und Mikao Usui zum Dienst in Taiwan ernannt wurde und dort eine Zeit lang lebte, wohl vier Jahre. Im Nationalen Geschichtsarchiv und in "Taiwan Historica" fanden wir die Original-Ernennungsurkunde aus dieser Zeit, aus der eindeutig hervorgeht, dass Mikao Usui vom Generalgouverneur Taiwans Gentaro Kodama und von Dr. Goto, dem Vorsitzenden des Komitees zur Erforschung der kulturellen und sozialen Bedingungen in Taiwan, zu einem Mitarbeiter des Komitees ernannt wurde."
(Laut Wikipedia war der japanische General Gentaro (=sein Vorname) Kodama (1852-1906) von 1898 bis 1906 der vierte regierende Generalgouverneur Taipehs/Taiwans. Das vormals chinesische Taiwan wurde nach dem Sieg Japans im 1. Japanisch-chinesischen Krieg ab 1895 zu einer japanischen Kolonie bis 1945. Da die Insel Taiwan Japans erste Kolonie war, sollte die gesamte Insel eine beispielhafte Modellkolonie werden. Deshalb wurden große Anstrengungen unternommen, um die Wirtschaft, die Infrastruktur, die Bildung und die Gesundheit auf der Insel zu entwickeln, was auch gut gelang.)

Min Wang weiter: "Der Archiveintrag ist auf das Jahr 1904 datiert, zu diesem Zeitpunkt  war Mikao Usui etwa 39 Jahre alt. Der Lebenslauf stimmt mit seiner bisher bekannten Ausbildung und seinem beruflichen Hintergrund überein. Die Teile, die sich auf Mikao Usuis Bildungshintergrund und berufliche Erfahrungen beziehen, entsprechen den bisherigen Quellen, vielseitig und hochqualifiziert zu sein. Da es sich um offiziell archivierte Regierungsunterlagen handelt, sind sie absolut glaubwürdig."

Dieser Lebenslauf war Teil der Bewerbung von Mikao Usui um den Posten als Mitarbeiter der Verwaltung unter dem Leiter Dr. Goto. 
Ein Auszug aus dem zum Lebenslauf gehörenden Dokument: 

"Mikao Usui 
Ernennung zum Mitarbeiter 
des Forschungskomitees für alte Bräuche in Taiwan

23.8.1904 
Vom Generalgouverneur von Taiwan

Monatsgehalt: 25 Yen
Ständiger Wohnsitz:1-Ichiban-chi, Nishimoto-machi, 
Fukagawa-ku, Tokyo, Japan
Derzeitiger Wohnsitz: Dongmen Street 4-4, Taipeh" 

(Das war das Regierungsgebäude der jap. Kolonialregierung.
Jetzt ist es die Nationale Zentralbibliothek Taiwans.)



 Hawayo Takata nahm irrtümlich an, dass Mikao Usui Arzt gewesen sei. Aber wie seinem Lebenslauf von 1904 und auch dem Gedenkstein von 1927 zu entnehmen ist, hatte Mikao Usui nie Medizin studiert und war auch kein Arzt.


Die Übersetzung des von ihm geschriebenen Lebenslaufs von 1904:

März 1885: Abschluss der Mittelstufe der Gifu Kayo-Schule
April 1885-Febr. 1886: Arbeitet für die Präfektur Gifu (Monatsgehalt 7 Yen)
März 1886-Dez. 1888: Stellvertretender Geschäftsführer/Aufseher der Mino Products Association (in Mino bei Gifu) (Monatsgehalt 15 Yen)

April 1889-Juli 1891: Studium der englischen Sprache an der Kanda Taisei Gakkan in Tokio (die heutige Taisei High School)
Mai 1892-Aug. 1894: Gründung und Unterricht an der (Schule in Tokio namens) Kanda Nisshin Gakkan zur Förderung begabter Schüler
März 1893: Abschluss am Fachbereich Literatur der Kanda Shibun Gakkai (einer Einrichtung zum Studium des klassischen Chinesisch) und Studium der Psychologie bei Dr. Motora Yūjirō (der Prof. für Psychologie an der Kaiserlichen Universität Tokio wurde)
April 1893: Eintritt in das zweite Jahr an der Japan Law School (die heutige Nihon-Universität), wo er das Studium bis zum ersten Semester des dritten Jahres absolvierte
März 1894: Erhalt der Grundschullehrerlaubnis vom Präfekturbüro Tokio
Mai 1895-Dez. 1896: Studium der Psychologie und Philosophie an der „American Hocking School” in den USA (Damals gingen viele Japaner, so wie auch Dr. Goto, gezielt zu einem Studium oder einer Weiterbildung nach Europa und den USA und brachten ihr erworbenes Wissen danach in die Umwandlung Japans von einer Feudalmacht in ein Industrieland ein.)
Januar 1897-Dez. 1898: Arbeit in San Francisco, USA (Monatsgehalt 75 Dollar)

März 1899-Febr. 1903: Im Auftrag der amerikanischen Frauenmissionsgesellschaft Gründung einer Wohltätigkeits-Schule und einer Grundschule in Fukagawa (Monatsgehalt 25 Dollar)
(Die "Frauenmissionsgesellschaft" ist wahrscheinlich die Women’s Foreign Missionary Society for the Methodist episcopal Church, die Auslandsmissions-Gesellschaft der Frauen der Methodistisch-episkopalen Kirche. In der besagten Grundschule in Fukagawa, einem Armenviertel in Tokio, war er nach der Schulgründung als Aufseher tätig.)
Juni 1899-Aug. 1901: Gründung und Leitung einer Abendmittelschule in Nord-Asakusa, Tokio (von derselben Frauenmission)
(Es ist nicht klar, ob er für die Gründungen und Leitungen rein sachlich beauftragt wurde, weil er amerikanisch und japanisch sprach sowie seit 1894 die Grundschullehrererlaubnis besaß und so im Auftrag der Amerikanerinnen die üblichen bürokratischen und baulichen Anforderungen für die Gründung und Leitung einer Schule vor Ort lösen konnte, oder ob er eventuell Christ geworden war und ihm die Missionierung japanischer Kinder über christliche Schulen ein inneres Anliegen war. Da er aber als Buddhist auf einem buddhistischen Friedhof begraben wurde, was als Christ niemals möglich gewesen wäre, ist wohl davon auszugehen, dass er kein Christ wurde, sondern Buddhist blieb.)

März 1903-Mai 1904: Berater bei der Tanaka Iron Works (Tanaka Eisenwerke) in Fukagawa (Monatsgehalt 50 Yen)

Ab 1904: Mitarbeiter des "Forschungskomitees für alte Bräuche in Taiwan" (unter Dr. Shinpei Goto)
(Dr. Goto war ab Juli 1908 bis 1911 Kommunikationsminister in Tokio und ab 1918 Außenminister von Japan. In der Usui-Reiki-Gakkai ist bekannt, dass Mikao Usui der "Aktentaschen-Träger", die "rechte Hand", von Dr. Goto war. Deshalb könnte es sein, das er mit ihm spätestens 1908 von Taiwan nach Tokio wechselte.
Im Rahmen dessen oder als Dr. Goto Außenminister war, besuchte Mikao Usui dann auch Europa und China. Dass Mikao Usui neben Amerika auch diese beiden Orte besuchte, steht auf seinem Gedenkstein von 1927.)
Um 1908: Laut einem weiteren Dokument, das Min Wang im Archiv fand, dauerte der Aufenthalt von Mikao Usui in Taiwan rund vier Jahre.
(Das würde zeitlich passen, denn Dr. Goto begann ab Juli 1908 als Kommunikationsminister in Tokio zu arbeiten. Und:)

Spätestens 1907 oder 1908, da war Mikao Usui schon über vierzig Jahre alt, war die Heirat mit Suzuki Tei (Sadoko), denn ihr Sohn Fuji wurde 1908 geboren.

Kimiko Koyama

Altes Foto zu Reiki

Kimiko Koayama (1906-1999) war Reikilehrerin und die 6. Präsidentin der von Mikao Usui 1922 gegründeten "Usui Reiki Gakkai", der "Usui Reiki Gesellschaft".

Hartue Nagano, der 1923 von Mikao Usui ausgebildet wurde, erzählte über die Verdienste von Kimiko Koyama für die Gakkai in der Zeit nach dem Krieg:
"Einer nach dem anderen verstarben die ursprünglichen Shihans (die Reikilehrerinnen und Reikilehrer) und einige Zweigstellen (der Usui-Reiki-Gakkai) mussten schließen. Aber dank der Bemühungen von Kimiko Koyama Sensei ("Sensei" ist eine Ehrbezeichnung für eine Lehrerin oder ein Lehrer) hat sich die Gakkai wieder gut entwickelt und ist so zu neuem Leben erwacht." Das war in den Jahren nach 1945, als Kimiko Koyama als langjähriges Mitglied sehr aktiv für die Gakkai tätig war.

Der 5. Präsident der Gakkai, der Vizeadmiral Hoichi Wanami (1883-1975), war ein von Mikao Usui ausgebildeter Reikilehrer. In den 1970er, als er alt wurde, bat er Frau Kimiko Koyama, seine Reikipatienten zu übernehmen. Sie wurde nach ihm von 1975 bis Januar 1998 die 6. Präsidentin der Usui-Gakkai.
Sie begann mit diesem Amt als fast Siebzigjährige und leitete die Gakkai noch als über Neunzigjährige.


In ihrem Buch "Das Licht der Liebe" schildert sie ihre Gedanken und vielfältigen Erfahrungen, die sie in ihrem Leben mit Reiki machte.
Kimiko Koyama sagte über ihr Leben: "Ich arbeite so gut ich kann jeden Tag für die Götter und kümmere mich um mich selbst. Ich habe das Gefühl, dass ich von etwas Größerem geleitet werde. Ich gebe immer mein Bestes und schlafe manchmal nachts nicht, weil ich meinen Klienten Reiki schicke."

Das Handbuch von Mikao Usui

Altes Foto zu Reiki

 

Mikao Usui gab bei den Reiki-Seminaren seinen Schülerinnen und Schülern ein Handbüchlein mit, das "Hikkei". Es war etwa postkartengroß.
In dem sind Handpositionen für Behandlungen von Problemen angegeben, außerdem Gedichte des Meiji-Kaisers und ein Interview mit Mikao Usui zur Reiki-Methode.


Möchtest Du das Interview lesen?

Die Schüler und Schülerinnen von Mikao Usui

In den vier Jahren von 1922 bis zu seinem Tod durch einen Herzinfarkt auf einer Seminarreise im Jahr 1926 bildete er, laut der Inschrift auf dem Gedenkstein, über 2.000 Reikischülerinnen und Schüler in ganz Japan in den Shoden und Okuden aus. 
Der Shoden entspricht dem westlichen 1. Grad und der Okuden dem 2. Grad.

Von diesen wiederum wurden zwanzig Reiki-Lehrer (siehe das folgende Foto).
Die unterstützten ihn bei seinen Seminaren und bildeten auch in eigenen Seminaren in ihren Zweigstellen aus. 


Manche dieser zwanzig Lehrer und deren Schülerinnen und Schüler blieben nach Mikao Usuis Tod weiter in der Usui-Gakkai, andere verbreiteten unabhängig von der Gakkai die Reikimethode.

Die sehr aktive Reikilehrerin Ishie-Imae Mine, die über einhundert Jahre als wurde, leitete die Usui-Gakkai-Zweigstellen in Kobe und Hyogo und veröffentlichte 1967 ihre Autobiografie „Neunzig Jahre meines Lebensweges“. In diesem japanischen Buch stehen Informationen und Daten zu diesen zwanzig Lehrern.

Das waren unter anderem ihr Mann Umetaro Mine (1865-1934), Juzaburo Ushida (1865-1935), der auf Mikao Usui folgende zweite Präsident der Usui-Gakkai, der spätere dritte Präsident Kanichi Taketomi (1878-1960) und der fünfte Präsident Hoichi Wanami (1883-1975), Chujiro Hayashi (1880-1940), Kozo Ogawa, Gizo Tomabechi (1880-1958), der ab 1947 japanischer Verkehrsminister war, sowie Shiro Isoda, ein Naturwissenschaftler, der die Zweigstellen in Hiroshima, Suma und Kyoto leitete. Laut Frau Kimiko Koyama (1906-1999), der sechsten Präsidentin der Gakkai, war „seine Ehefrau bekannt für ihre Erfolge mit Reiki.“


Das Foto aus dem Jahr 1926 zeigt Mikao Usui und diejenigen Schüler, die von ihm selbst zu Reikilehrern ausgebildet wurden:

Altes Foto zu Reiki


Die Anmerkung unter dem Foto heißt übersetzt: „Alle Mitglieder, die Reiju geben dürfen“. Mit Reiju ist das Einstimmen in die Reikigrade durch einen Reikilehrer oder eine Reikilehrerin gemeint.

Mikao Usui sitzt in der zweiten Reihe als Dritter von links. Rechts neben ihm im hellen Kimono ist Juzaburo Ushida, der auf Mikao Usui folgende zweite Präsident der Usui-Gakkai. Hinten links steht Kanichi Taketomi, der nach Juzaburo Ushida den Vorsitz der Gakkai übernahm. Gizo Tomabechi fehlt als Einziger auf dem Foto. Vorne links sitzt Chujiro Hayashi, der 1926 gerade Reikilehrer geworden war.

Alle 20 waren Mitglieder der von Mikao Usui gegründeten Usui-Reiki-Gakkai.

Altes Foto zu Reiki

Chujiro Hayashi vorn zwischen den Frauen nach einem Reikiseminar

Churijo und Chie Hayashi

Chujiro Hayashi begann im Mai 1925 bei Mikao Usui mit der Reikiausbildung. Innerhalb von zehn Monaten, kurz bevor Mikao Usui im März 1926 verstarb, wurde er von ihm vom ersten Grad bis zum Reikilehrer ausgebildet.

Er bildete daraufhin einzelne Personen in Reiki aus. Sehr wahrscheinlich auch seine Frau Chie und ihre Tochter Kiyoe und ihr Sohn Tadayoshi. Denn diese wurden laut der Mitgliederlisten der Usui-Reiki-Gakkai vom Juli 1927 dort schon als Reikipraktizierende aufgeführt.


Wohl als er Pensionär wurde, eröffnete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Chie 1931 in Tokio eine Reikipraxis mit zwei Räumen. Sie machte die umfangreiche Arbeit am Empfang und unterrichtete ebenfalls als Reikilehrerin.
In ihrem kleinen Familienunternehmen gab es Liegen für acht Personen
, an denen die Reikischülerinnen und Reikischüler täglich Bedürftige behandelten.

Chujiro Hayashi hatte alle von Mikao Usui unterrichteten Techniken bei ihm gelernt, die Byosen-Scan-Technik, Reiji-Ho und Mawashi, Hatsurei-Ho und die Emotionalbehandlung, Fernreiki und weitere Techniken.

Er entwickelte zusätzlich zu diesen Techniken und den Handpositionen aus dem Hikkei von Mikao Usui neue Handpositionen und Behandlungsmöglichkeiten. „Diese Art unterschied sich wesentlich von dem, was Mikao Usui ihm beigebracht hatte. Durch diese Veränderungen erschuf er seinen eigenen Reiki-Stil.“ (Zitat von Seite 27 "Reiki-Kompendium" von Frank A. Petter/ W. Lübeck/ W. Rand) 
Der „Hayashi-Reiki-Stil“ unterscheidet sich vom „Usui-Reiki-Stil“ in einigen Techniken und Handpositionen. 
Für die zum Teil von Mikao Usui übernommenen und zum Teil auch neuen Handpositionen von ihm verteilte er bei den Reikiseminare ein Heft, das „Ryoho Shishin", den "Behandlungs-Leitfaden".



Die Hayashis waren eine Reiki-Familie.

Laut der Mitgliederlisten der Usui-Reiki-Gakkai vom Juli 1927 waren Chujiro und Chie Hayashi wie auch ihre Tochter Kiyoe und ihr Sohn Tadayoshi Reikipraktizierende.


Die im Jahr 1910 geborene Kiyoe begleitete ihren Vater Chujiro 1938 auf der sechsmonatigen Reikireise nach Hawaii zu Hawayo Takata. Während Chujiro Hayashi und Hawayo Takata auf Hawaii zusammen Reikiseminare durchführten, bot sie in dieser Zeit nachweislich Kurse zur Teezeremonie und zu Ikebana an. Sie heiratete später einen Koreaner und zog mit ihm nach Korea. Dort soll sie als Reikilehrerin unterrichtet haben. Der im Jahr 1903 geborene Tadayoshi studierte später an der Keio-Universität in Tokio.

Chujiro Hayashi war, entgegen dem, was im westlichen Raum erzählt wird, nachweislich kein Arzt. Nach dem Schulabschluß begann er seine militärischen Ausbildungen und seine Laufbahn von Offizier bis zum Oberst.


Er gründete eine eigene Gakkai, die „Hayashi Reiki Kenkyukai“, deren zweite Präsidentin seine Ehefrau Chie Hayashi war.

Chie Hayashi praktizierte ebenfalls Reiki. Schon in einer Mitgliederliste von 1927 ist sie als Reikipraktizierende aufgeführt.
Sie bildete als Reikilehrerin spätestens ab 1937 und bis nach 1954, aus.
Ihr Mann Chujiro Hayashi sagte laut der hawaiianischen Zeitungsberichte von 1938 in seiner Abschlussrede seiner Reise von 1937 bis 1938, als er Hawayo Takata ihre Urkunde als Lehrerin überreichte, dass es nun zwei Reikilehrerinnen in der Gakkai gäbe, sie und Chie. Demnach war sie wenigstens seit 1937 Lehrerin, sehr wahrscheinlich aber schon zwischen 1926 und 1937. Chujiro Hayashi starb 1940, ihm waren nur 14 Jahre als Reikilehrer vergönnt.
Chie bildete 17 bis 22 Jahre lang von spätestens 1937 bis nachweislich mindestens 1954 in Reiki aus.
Sie gab Reiki-Seminare regelmäßig sowohl in Tokio als auch in verschiedenen Zweigstellen der eigenen „Hayashi Reiki Kenkyukai“ in verschiedenen Städten Japans.

Altes Foto zu Reiki

Die Reikilehrerin Chie Hayashi
Sie steht mit gefalteten Händen in der ersten Reihe in der Mitte

Hawayo Takata

Altes Foto zu Reiki

Hawayo Takata und Chujiro Hayashi 1938 auf Hawaii



Hawayo Takata (1900-1980) kam aufgrund einer Empfehlung in die Praxis der Hayashis und wurde dort behandelt. 

1935 ließ sie sich von Chujiro Hayashi in den Shoden und Okuden ausbilden. Der Shoden und Okuden entspricht dem 1. und 2. Grad. Sie schrieb von den gelernten Reikitechniken in ihren Aufzeichnungen von 1935. 
Diese Techniken lehrte sie auch ab 1938 als Reikilehrerin.
Sie eröffnete 1937 ihre Reiki-Behandlungspraxis auf Hawaii und begann ab März 1938 dort als Reikilehrerin zu unterrichten.


Das Foto oben mit Hawayo Takata und Chujiro Hayashi ist von 1938 auf Hawaii,
als die beiden dort zusammen ein halbes Jahr lang Reikiseminare gaben.

Auch Hawayo Takata erhielt das Ryoho Shishin, das „Behandlungs-Leitfaden“-Heftchen, bei ihrer Ausbildung 1935 von Chujiro Hayashi.
Auszüge aus dem Leitfaden stehen bei www.ReikiGreyBook.com.

Ihre Tochter Alice Emiko (1925-2013), die ebenfalls Reiki praktizierte, druckte nach dem Tod ihrer Mutter 1980 hundert Exemplare mit der Kopie des Handbuches und anderem. 
Es wurde "The Grey Book", "Das Graue Buch" nach seinem grauen Leinwandeinband genannt. Alice übergab die Exemplare 1980 den von Hawayo Takata ausgebildeten 16 Reikilehrerinnen und 5 Reikilehrern und anderen Reikipraktizierenden.

Altes Foto zu Reiki

Hawayo Takata und Chujiro Hayashi bei einem ihrer gemeinsamen Reiki-Seminaren auf Hawaii. Das Foto ist aus der hawaiianischen Zeitschrift "Hawaii Hochi" vom 4. März 1938. 
Hawayo Takata zeigt, links neben der Liege sitzend, Handpositionen. 
Chijiro Hayashi sitzt dahinter in der ersten Reihe geradezu am Stuhlreihen-Durchgang mit dunklem Schlips.

Am Ende des Durchgangs sind an der Wand Schriftzeichen auf einer Schriftrolle zu erkennen. Solche Schriftrolle, eine  Kakejiku, bekamen alle Reikilehrerinnen und Reikilehrer. Die Schriftrolle von Hawayo Takata erbte eine Reiki-Praktikerin in Idaho.

Chujiro Hayashi kam mit seiner erwachsenen Tochter Kiyoe, die ebenfalls Reiki praktizierte, vom 2.10.1937 bis zum 22.2.1938 nach Hawaii zu Besuch. 
Chujiro Hayashi und Hawayo Takata gaben beide zusammen, laut den rund siebzig Artikeln in den hawaiianischen Tageszeitungen aus dieser Zeit, vierzehn Fünf-Tages-Seminare und bildeten so rund vierhundert Menschen in Reiki aus.

Altes Foto zu Reiki


Das Reikiseminar-Handbuch "Hikkei" von Mikao Usui

Altes Foto zu Reiki


Das Reikiseminar- Handbuch von Chujiro Hayashi

Altes Foto zu Reiki


Das "Grey Book", aufgelegt 1982 zu Ehren Hawayo Takatas

Weshalb sich die Reikitechniken veränderten

Hawayo Takata (1900-1980) lebte als Witwe mit ihren beiden Töchtern auf Hawaii, einem Bundesstaat der USA. Viele Familien aus Japan waren vor 1900 nach Hawaii ausgewandert, um dort hauptsächlich auf den Plantagen zu arbeiten, so auch die Eltern von Hawayo Takata. Auch sie arbeitete jahrelang auf einer Zuckerrohrplantage.
1935 erlernte sie den Shoden und Okuden von Chujiro Hayashi in Tokio, am Ende des Besuchs von ihm im Februar 1938 erhielt sie von ihm die Urkunde als Reikilehrerin.
 
Hawayo Takata hatte 1937 ihre Behandlungspraxis auf Hawaii eröffnet und behandelte dort. Ab März 1938 war sie auch als Reikilehrerin tätig. In ihren Reikiausbildungen gab sie die von Chujiro Hayashi gelehrten Techniken des Shoden und des Okuden an ihre Schülerinnen und Schüler weiter.
Das berichteten einige ehemalige, noch lebende Schülerinnen von ihr, die der Reikiforscher Justin Stein Anfang der 2010er auf Hawaii befragte. Ruth Fujimoto (1918-2012) wurde als 21jährige von Hawaya Takata 1939 in Reiki ausgebildet, Yoshie Kimura (1920-2015) erlernte als 20jährige um 1940 von Hawayo Takata Reiki und praktizierte ab da rund siebzig Jahre lang fast täglich Reiki.
 
Nach dem japanischen Angriff des US-amerikanischen Marinestützpunkt auf der hawaiianischen Insel Pearl Harbor im Dezember 1941 galt bis zum Ende des Pazifikkrieges im September 1945 das Kriegsrecht in den USA, auch auf dem US-amerikanischem Bundesstaat Hawaii.
Ab 1942 bis 1945 wurden alle japanischstämmigen amerikanischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die in den am Pazifik angrenzenden Bundesstaaten lebten, in den USA in Concentration Camps, in Konzentrationslager, eingesperrt, viele starben dort. Die rund 160.000 auf Hawaii lebenden Menschen japanischer Abstammung, das waren rund 33 bis 40 % der dortigen Gesamtbevölkerung, sollten ebenfalls in einem Concentration Camp zwangsinterniert werden.
Dass das nicht passierte, war nur dem Umstand zu verdanken, dass die wohlhabenden weißen Großplantagenbesitzer auf Hawaii fast komplett auf die japanischen Feldarbeiterinnen und Feldarbeiter angewiesen waren und sie eine Ausnahme nur für Hawaii erreichen konnten. So blieben alle in ihren Häusern wohnen.
Man konnte damals aber sofort inhaftiert werden bei einem Verdacht auf Spionage oder Feindestreue, wozu beispielsweise die Verehrung des japanischen Kaisers zählte.
 
Unter diesem großen Druck entjapanisierte Hawayo Takata wohl die Reikimethode und christianisierte sicherheitshalber den Buddhisten Mikao Usui zu einem christlichen Priester beziehungsweise Dozenten an einer christlichen Universität in Japan mit einem US-amerikanischen Abschluss um.

Mikao Usui und Chujiro Hayashi haben, entgegen dem, was im westlichen Raum erzählt wird, nachweislich keinerlei Doktortitel und waren auch keine Ärzte. Der Titel "Dr." für beide ist wohl ein Interpretationsfehler des japanischen Wortes "Sensei". Diese Höflichkeitsbezeichnung wurde und wird in Japan immer zusammen mit dem Nachnamen verwendet, wenn man von seinem oder von einem Lehrer oder Lehrerin, Arzt oder Ärztin, Rechtsanwalt oder Professorin spricht.

Im 1. Grad unterrichtete Hawayo Takata ab 1942 als Reaktion auf den Krieg von nun an keine der bei Chujiro Hayashi gelernten Techniken mehr. Sie vermittelte anstelle dessen die von ihr neu entwickelte und sehr effektive Technik der standardisierten Grundbehandlung mit zwölf festen Handpositionen.
Im 2. Grad gab sie noch die zwei Techniken der Fernbehandlung und der Emotional-Mental-Harmonisierung weiter.
Das beides behielt sie auch nach dem Ende des Pazifikkrieges im September 1945 so bei.

Hawayo Takata wurde ab 1948 in die USA
zum Kursgeben eingeladen und begann dort die Reikimethode zu verbreiten. Sie reiste in den 32 Jahren bis zu ihrem Tod im Jahr 1980 sehr oft in die USA und nach Kanada und gab dort unzählige Ausbildungsseminare.
Sie unterrichte dabei im 1. Grad nur ihre Grundbehandlung und im 2. Grad die Fernbehandlung und die Emotional-Mental-Harmonisierung.

Hawayo Takata meinte später als Begründung für ihr Nichtweitergeben der von Chujiro Hayashi gelernten Reikitechniken in ihren Seminaren in Amerika:
Das japanische Reikisystem wäre „höchst komplex, erfordere langes Training und wäre eng mit Religiösem verwoben“, so dass ihr „dieser Ansatz für Nichtjapaner nicht geeignet“ erschien.

Die Behandlungstechnik des Chakrenausgleichs, die von manchen in der Ausbildung in den 1. Grad gelehrt wird, entwickelte der Amerikaner Arthur Robertson in den 1990ern. Nach seiner Reikiausbildung begann er seine schon vorher praktizierte Chakrenarbeit mit der Reikimethode zu kombinieren.

Zum 3. und 4. Reiki-Grad:
Der Shihan-Kaku war der 3. Grad, der im westlichen Raum auch "Meistergrad" genannt wird. "Kaku" bedeutet "Assistent" oder "Assistentin", "Shihan" "Lehrer" oder "Lehrerin".
Der "Shihan" war der 4. Grad, mit dem man andere in den 1. bis 4. Grad ausbilden konnte.
Am Ende der individuellen Lehrzeit als Assistent oder Assistentin bei Seminaren und Übungstreffen wurde von dem Lehrer oder der Lehrerin bei dem entsprechenden Können die Urkunde für den 4. Grad überreicht.
Beide Grade waren bei Mikao Usui ohne Behandlungstechniken, denn es ging bei diesen zwei Graden nicht um Behandlungen, sondern um die Begleitung und Ausbildung von anderen. Da Hawayo Takata sie deshalb nicht anpassen musste, gab sie diese zwei Grade inhaltlich unverändert weiter.
Schon seit Jahrzehnten werden diese zwei Grade unabhängig voneinander unterrichtet. Damit wird denen, die sich persönlich weiterentwickeln möchten, aber in sich nicht den Wunsch verspüren, deshalb Lehrerin oder Lehrer werden zu müssen, das ermöglicht. Denn durch die weitere Einstimmung und die Anwendung des Zeichen des 3. Grades intensiviert sich die persönliche und spirituelle Entwicklung.

Hawayo Takata bildete in den 4. Lehrgrad neben ihrer Schwester Imako und ihrer Enkelin Phyllis Lei Furumoto fünfzehn weitere Frauen und fünf Männer aus. Diese lebten alle in den USA und in Kanada, bis auf ihre Schwester, die wie sie zeitlebens auf Hawaii wohnte.
Diese 22 von ihr ausgebildeten Reikilehrerinnen und Lehrer gaben die Reikitechniken und die Informationen zu Mikao Usui, so wie sie die von Hawayo Takata gelernt hatten, wiederum an ihre Reikischülerinnen und Schüler und in Büchern weiter.

Ein Jahr nach Hawayo Takatas Tod, 1982, bekamen alle 22 von ihrer Tochter Alice Takata Furumoto (1925-2013) ein von Alice selbst herausgegebenes Buch, das sogenannte "Graue Buch" zum Andenken an Hawayo Takata.
Dieses Buch hat rund 75 Seiten und auf dem Einband aus grauem Leinenpapier stehen nur die beiden japanischen Schriftzeichen für Rei und Ki. Alice Furumoto, die ebenfalls Reikipraktizierende war, ließ davon 100 Exemplare drucken. Die anderen Exemplare verschenkte Alices Tochter Phyllis Lei Furumoto (1948-2019) in den darauffolgenden Jahrzehnten an ausgewählte Reikipraktizierende.
Im Buch stand komplett der „Behandlungs-Leitfaden Ryoho Shishin" von Chujiro Hayashi mit einigen Techniken sowie Tagebuchaufzeichnungen, Fotos, die Urkunde zur Reikilehrerin und das sehr lesenswerte Essay "Die Kunst des Heilens" von 1948 von Hawayo Takata.
Der Inhalt des "Grauen Buches" steht bei www.ReikiGreyBook.com.

Übrigens wurden die ersten Reikiseminare in Europa von der Amerikanerin Mary McFadyen, die eine der 22 von Hawayo Takata ausgebildeten Reikilehrerinnen und Reikilehrer war, 1981 in Hamburg und in Frankfurt am Main gegeben.

Die Verbreitung der Reikimethode in den USA, Kanada, Australien und Europa geschah von 1948 bis in die 2000er nur durch Hawayo Takata und die 22 von ihr ausgebildeten Reikilehrerinnen und Lehrer und deren Reikischülerinnen und Schüler sowie deren nachfolgenden Schülerinnen und Schüler.
Aus diesem Grund wird diese Form auch als "westliches Reiki", "westliche Reikilinie" oder "westliche Reikitradition" bezeichnet. Die neu entwickelten Techniken wie die Grundbehandlung mit den zwölf Handpositionen von Hawayo Takata oder der Chakrenausgleich von Arthur Robertson werden "westliche Reikitechniken" genannt.
 
Diese Form nach Hawayo Takata mit einer Technik im 1. Grad und zwei Techniken im 2. Grad wird bis heute in den USA, Kanada, Australien und Europa in fast allen Reikiausbildungen gelehrt.


Erst Ende der 1990er entstanden durch einige wenige amerikanische und europäische Reikilehrer die ersten Kontakte zu Reikilehrerinnen und Reikilehrer in Japan. Sie entdeckten dadurch die anderen von Mikao Usui gelehrten und im Westen unbekannten Reikitechniken, sowie eine Fülle an schriftlichen Material von beziehungsweise zu Mikao Usui und Chujiro Hayashi und der Reikimethode.
Dazu gehören beispielsweise das Handbuch "Hikkei" von Mikao Usui und der Behandlungsleitfaden „Shinshin Ryoko“ von Chujiro Hayashi, die Tagebücher von Hawayo Takata aus ihrer Zeit der Reikiausbildung sowie damalige japanische Reikibücher und Zeitungsberichte über die Reikimethode, über Mikao Usui und über seine Schüler und Schülerinnen.
 
Die Reikilehrerin Mieko Mitsui fand in Tokio das Familiengrab der Usuis, neben dem der einhundert Jahre alte und fast drei Meter hohe Gedenkstein steht. Das Foto oben mit dem Gedenkstein hinter dem alten Baum entstand 2019 bei meiner dritten Japanreise.
Der Stein ist von oben bis unten vollständig beschrieben. Nach Mikao Usuis Tod hatten seine Schüler ihn ein Jahr später, im Jahr 1927, neben dem Grab aufgestellt. Er hat eine umfangreiche Inschrift zu dem Leben und Wirken von Mikao Usui und zur Entwicklung der Reikimethode. Auch die "Gokai", die "Die fünf Grundsätze", im Deutschen werden sie "Die fünf Lebensregeln" genannt, stehen auf diesem Gedenkstein.

In Japan gab es in den 1980er und 1990er
dreizehn Zweigstellen der von Mikao Usui gegründeten Reiki-Gesellschaft, der "Usui Gakkai". Ihre Mitglieder führten seit 1922 bis heute seine Arbeit und seine Ausbildungen unverändert weiter. Innerhalb der Gakkai finden regelmäßige Reikitreffen, Behandlungen und Ausbildungen statt.
Es gab und gibt auch die vielen Schülerinnen und Schüler der von Mikao Usui ausgebildeten zwanzig Lehrer, die unabhängig von der "Usui Gakkai" ebenfalls seine Reikimethode verbreiteten und in Japan Reikibücher veröffentlichten. Einer dieser zwanzig war beispielsweise Chujiro Hayashi.
Werden in Europa in Seminaren die Techniken von Mikao Usui oder von Chujiro Hayashi weitergegeben, dann wird das als "die japanischen Reikitradition" bezeichnet, vom "japanischen Reiki" oder der "japanischen Reikilinie" gesprochen und bei den Techniken von den "japanischen Reikitechniken".

Auf Grund dieser historischen Entwicklungen wird im westlichen Raum bei der Ausbildung in den 1. Grad, so wie es Hawayo Takata lehrte, die Technik der Handpositionen unterrichtet und im 2. Grad die Fernbehandlungstechnik und die Emotional-Mental-Harmonisierung, und üblicherweise keine weiteren von Mikao Usui gelehrten Techniken.

Allerdings wird zunehmend von einigen die eine oder andere Technik von Mikao Usui in Reikiseminaren vorgestellt, beispielsweise die "Gassho"-Technik oder die "Byosen"-Technik. Oder die Gokai, die fünf Lebensregeln, werden außer auf Deutsch auch auf Japanisch vermittelt.


Bei beiden Linien variieren nur die Techniken und einige Hintergrundinfos über die Methode.
Die Hauptsache, die Weitergabe der universellen, heilsamen, wunderbaren Reikienergie, ist bei den beiden Linien vollkommen gleich geblieben.

Phyllis Lei Furumoto

Altes Foto zu Reiki


Phyllis Lei Furumoto mit ihrer Großmutter Hawayo Takata in den 1980ern 

Altes Foto zu Reiki


Die Reikilehrerin Phyllis Lei Furumoto als Vorsitzende der "Reiki-Alliance"

Altes Foto zu Reiki


Die Ehefrau von Phyllis Lei Furumoto, die Reikilehrerin Joyce Winough 

Phyllis Lei Furumoto (1948-2019) war die Tochter von Alice Emiko und die Enkelin von Hawayo Takata. Sie wurde von Hawayo Takata 1975 zur Reikilehrerin ausgebildet.
Phyllis wuchs schon als Kind mit Reiki auf, da ihre Mutter Alice Emiko und ihre Oma Hawayo Reiki praktizierten.
Ihr zweiter Vorname "Lei" ist auf Hawaii der Name für die Blumenkränze, die anderen um den Hals gelegt werden.

Phyllis Lei Furumoto gründete zusammen mit den von ihrer Großmutter ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern nach 1980 „The Reiki Alliance“, ein weltweiter Verband für Reikipraktizierende. Er besteht bis heute, hat allerdings nicht mehr viele Mitglieder. Die meisten Reikipraktizierenden sind nicht Mitglied eines Reikiverbandes.
Phyllis Lei Furumoto wurde die Vorsitzende von diesem Verband und reiste ab da bis zu ihrem Tod 2019 durch die ganze Welt und gab überall Reikiseminare für alle, um die Reikimethode weiter zu verbreiten.

Es gibt ein Nachlass-Archiv von Hawayo Takata und Phyllis Lei Furumoto in der kalifornischen Universität Santa Barbara im Rahmen der „American Religions Collektion“. Dort kann man sich das Tagebuch von Hawayo Takata und viele weitere Reikidokumente und Fotos ansehen.

Dieses umfangreiche Archiv zur Reikimethode wurde von 2014 bis 2016 zusammengestellt von Phyllis Lei Furumoto und ihrer Ehefrau Joyce Winough.

Bei dem Archivieren waren auch Paul Mitchell, der ein naher Meisterschüler von Hawayo Takata war, und der Wissenschaftler Dr. phil. Justin Stein, der Mitglied in der von Mikao Usuis gegründeten „Reiki Gakkai“ ist, mitbeteiligt. 

Interessierst Du dich für Reiki-Techniken, die Mikao Usui lehrte?


Reiki Behandlung


Ich gebe sie als Reikilehrerin in 5. Generation nach Mikao Usui in Aufbau-Seminaren und im Onlinekurs weiter: